Die IDPA & IPSC Ausrüstung 

IDPA

Der IDPA Schütze benötigt für die Ausübung seines Sportes folgende Minimalausstattung:

  • Passende Hand- oder Faustfeuerwaffe (Je nach gewünschter Division)
  • Gürtel, Holster, Magazinhalter
  • Taschenlampe / Waffenlampe
  • Schutzbrille und Gehörschutz
  • Concealment (Hemd, Weste, Jacke o.ä.)
  • Passende Hosen, gutes Schuhwerk

In IDPA sind die Ausrüstungsbestandteile im Rulebook sowie im Equipment Appendix geregelt, die aktuellsten Details kann man dort nachlesen.

Bemerkung:
2022 wurde das Rulebook gegenüber der 2017 Ausführung stark überarbeitet und angepasst - diese Übersicht gibt Auskunft über die wichtigsten Änderungen.

IPSC

Der IPSC Schütze benötigt für die Ausübung seines Sportes folgende Minimalausstattung:

  • Passende Hand- oder Faustfeuerwaffe (Je nach gewünschter Division)
  • Gürtel, Holster, Magazinhalter (beim Gurt haben sich Unter- und Übergurt bewährt)
  • Schutzbrille und Gehörschutz
  • Passende Hosen, gutes Schuhwerk

Im IPSC sind die Ausrüstungsbestandteile ebenfalls im Rulebook geregelt.

Ausrüstung IDPA vs IPSC (Stand Januar 2022)

Die IDPA Ausrüstung kann bis auf das Concealment und die Lampe auch für IPSC verwendet werden, eine Standard SSP oder ESP Pistole sowie die PCC ist auch IPSC Kompatibel (Die im IPSC gängigste Division ist die Production Division - hier führt die IPSC eine Liste der zugelassenen Pistolen - ansonsten gibt es hier eine generelle Zusammenstellung der verschiedenen IPSC Divisions).

In IDPA gibt es im Gegensatz zu IPSC eine Gewichts-Limite, so das beispielsweise eine Phoenix Redback Vollstahl, Tanfoglio Stock III oder eine CZ Shadow 2 zu schwer für SSP & ESP wären - dies gilt zu beachten. Eine Phoenix Redback Gen2 Light*, eine Tanfoglio Stock I oder eine CZ Shadow 1 wären jedoch aufgrund ihres geringeren Gewichts für SSP oder ESP zugelassen. Mit Striker Fire Pistolen wie Glock, S&W M&P, CZ P10 oder anderen Polymer Ausführungen ist man betreffend dem Gewicht generell auf der sicheren Seite für IDPA und diese sind auch in IPSC zugelassen.

*Die Redback Gen2 Light ist mit einer Alu-Federführungsstange IDPA konform, diese muss jedoch separat bestellt werden.

Unsere Leiter geben gerne Tipps, wenn es um den Kauf einer konformen Waffe für beide Sportarten geht.

Holster, Magazinhalter usw. sind in IDPA restriktiver geregelt als in IPSC, darum gilt grundsätzlich:
Die IDPA Ausrüstung ist auch IPSC konform, jedoch nicht umgekehrt.
 

Pistolen (IDPA)

Die Mehrzahl der Schützen schiesst mit einer Pistole in der SSP oder CO Division. Mit SSP sind "Stock Service Pistol" gemeint und somit werden Standard Modelle von Herstellern wie Phoenix, Glock, H&K, Walther, Beretta, Tangfolio oder CZ in 9mm Para Kaliber eingesetzt. Gezielt wird in der SSP Division über Kimme und Korn oder dann in der Carry Optic Division mit den gleichen Typen mittels einem Rotpunkt-Visier.
Wie weiter oben bereits erwähnt gibt es in IDPA neben der Grösse der Waffe auch eine Gewichtslimite, diese Vorgaben sind im Rulebook beschrieben und müssen pro Division berücksichtigt werden. 

Revolver (IDPA)

Die Revolver Division hat weiterhin Anhänger, ist aber zahlenmässig den "Pistoleros" unterlegen. Wer jedoch dem Schiessen mit Revolvern nicht abgeneigt ist, entdeckt eine Welt in der es sparsam zugeht und eine gute Technik relevant ist, denn für IDPA dürfen nur 6 Schuss geladen werden. Wer einen Revolver mit mehr als 6 Kammern besitzt, darf nur sechs davon laden, resp. bei Backup-Revolvern nicht mehr als 5.
Man kann sich vorstellen, das bei einem 18 Schuss Parcours mit sechs Schuss in der Trommel eine gute Nachlade-Technik wichtig ist und es gibt Topschützen mit Aussagen, das sich ein Stage vor allem durch eine gute und schnelle Technik entscheiden lässt.
Wie eine IDPA Revolver Ausrüstung und ein Nachladen ausschaut, zeigt Jerry Miculek vor, dieser Ausnahmeschütze ist auch mit 60+ Jahren noch einer der schnellsten Schützen im Feld.

IDPA kennt drei Revolver Kategorien:

  • Stock-Revolver (max. 4.25 Zoll Lauf, .38 Special oder höher, mechanische Visierung)
  • Enhanced-Revolver (max. 4.25 Zoll Lauf, .357 Magnum oder höher, mechanische Visierung)
  • Backup-Revolver (max. 2.5 Zoll Lauf, .38 Special oder höher, mechanische Visierung)

Die Stock- sowie Backup-Revolver dürfen nur mit Speed- oder Jet-Loader geladen werden, die Enhanced-Revolver mittels Moonclips.
Speed-, resp. Jet-Loader sind nicht ganz so schnell wie Moonclips, haben aber den Vorteil, das schwächere Munition verschossen werden kann, damit erreicht man in dieser Kategorie kürzere Split-Zeiten.
Die Revolver Division bedingt eine gute Stage (Nachlade) Taktik, sowie ein schnelles Nachladen, was auch seinen Reiz hat.

Wie bei den Pistolen gibt es in IDPA auch für Revolver neben der Grösse der Waffe auch eine Gewichtslimite, diese Vorgaben sind im Rulebook beschrieben und müssen berücksichtigt werden. 

PCC (IDPA & IPSC)

Die PCC Division (PCC = Pistol Caliber carbine = Gewehre im Pistolenkaliber) ist stark im Aufwind und eine sehr schnelle Disziplin.
Als Kaliber wird auch hier 9mm Para eingesetzt und damit kann diese Division in jedem Schiesskeller absolviert werden.
Gängige Ausführungen sind entweder AR15 basierende Systeme wie von Schmeisser, Hera Arms, Oberland Arms, SIG, JP oder ADC, oder auf der anderen Seite MP5 basierende Varianten wie die Ruger, Grand Power, CZ Evo oder Modelle des Schweizer Herstellers B&T. Als Magazin-Typ / Lower haben sich mittlerweile Glock Magazine durchgesetzt, einzelne Hersteller wie SIG, B&T, CZ oder Grand Power setzen aber auf ihre eigenen Magazin-Ausführungen.
Als Zielhilfe werden in der PCC Division praktisch ausschliesslich Rotpunkt-Visiere verwendet.
Die "beste" PCC gibt es naturgemäss nicht, einzelne Schützen schwören auf die JP, andere ziehen eine günstige Ruger Variante vor, während die dritten auf technische Aspekte wie ein Gas-System oder verzögerter Rollenverschluss schauen. Wie bei der Pistole muss die PCC dem Schützen liegen. Bei der Lauflänge ist es das gleiche Thema, Schütze-A schwört auf seine 8", während der Schütze-B lieber eine 16" Variante bevorzugt.
Ausführungen für Linkshänder sind auch nochmals so ein Thema...
Auch hier haben unsere Trainer Erfahrung und können mit Tipps weiterhelfen.

PCC10 (IDPA)

Die PCC10 ist innerhalb IDPA eine neue Sub-Kategorie der PCC mit gleichen Regeln, jedoch Begrenzung auf 10 Schuss Magazine.

Gürtel im IDPA

Der Gürtel in IDPA ist keine grosse Sache - man kann einen einfachen Standardgürtel aus dem Alltag einsetzen. Der Gurt sollte jedoch steif sein, aber normal in die Hose eingefädelt werden können. Unter- und Obergurt wie im IPSC sind nicht erlaubt, darum setzen viele IDPA Schützen auf einen normalen Gurt aus robustem Leder. Spezialausführungen von Gürtel mit Stahl-Einsätzen gibt es ebenfalls, diese sind stabiler als reine Ledergürtel, kosten aber etwas mehr und sind nicht so einfach zu bekommen.

Gürtel im IPSC

Beim IPSC hat sich das System eines Unter- und Übergurtes durchgesetzt.
Der flexible Untergurt ist in der Hose eingefädelt und hat aussen einen Klett, der steife und dickere Übergurt trägt die gesamte Ausrüstung fixiert am Gurt und hat innen den Klett, damit er an den Untergurt angeheftet werden kann.

Vorteile dieses Systems:

  • Die Ausrüstung ist immer am gleichen Platz (fix montiert am Übergurt) - dadurch kein Verrutschen und "ausrichten" der Ausrüstung nötig.
  • Der flexible und dünnere Untergurt hat durch das Einfädeln am Hosenbund einen straffen Sitz und einen Klett aussen.
  • Der steife und dickere Übergurt wird am Untergurt durch Klett befestigt und hält die Ausrüstung.
  • Die Ausrüstung kann schnell an- und abgelegt werden (Untergurt kann schon zuhause angezogen werden, der Übergurt schnell vorort).
  • Die Hose, resp. die Anordnung und Art der Schlaufen ist nicht mehr wirklich relevant, da der Übergurt via Klett auf dem Untergurt fixiert wird. Da nur der flexible Untergurt in die Hose geschlauft werden muss, ist die Wahl der Hose flexibler.

Holster

Für die Hand-Guns werden immer Holster eingesetzt.
Im IDPA sind keine Schnellzieh-Holster wie im IPSC oder Tiefholster wie bei der Polizei zugelassen, darum wird ein einfaches Holster ohne externe Sicherung wie z.B. die Modelle von Ghost oder Double-Alpha empfohlen. Der Holster muss im Gürtel eingeschlauft werden können und wird hinter dem Hüftknochen getragen. Wir empfehlen generell einfache Kydex Holster und keine Ausführung aus Leder, da die Ausrüstung dem Wetter und anderen Wiederungen standhalten und auch dann funktionieren muss wenn sie z.B. nass wird. Leder kann sich ausserdem über die Zeit verformen, was zu Sicherheitsproblemen führen kann.
Der Holster sollte ausserdem mit einer Hand bedienbar sein, darum sind externe Sicherungen am Holster nicht zu empfehlen und nur hinderlich und im IPSC nicht zugelassen. Holster werden im IDPA entweder ausserhalb der Hose getragen (OWB) oder innerhalb der Hose (IWB) - beide Varianten sind in IDPA erlaubt.
Wir empfehlen und schulen jedoch in unseren Trainings nur OWB Holster, IWB sind bei uns im Training nicht zugelassen.
Die Trageart ist verschieden geregelt und im folgenden Bild beschrieben - Zugelassen sind die Positionen auf Armhöhe (OWB 2-4 Uhr, resp. 8-10 Uhr.

Im IPSC gibt es gemäss Reglement nur OWB Holster, die Ausrüstung wird wie im Bild unten gezeigt hinter dem Hüftknochen getragen.
Im Gegensatz zu IDPA lässt IPSC mehr Abstand zwischen Ausrüstung und Körper zu (IPSC: bis zu 5 cm, IDPA: 2cm) und es können auch Speedholster oder Schnellzieholster wie im Bild unten eingesetzt werden.

Magazinhalter

Gleiches wie beim Holster gilt im IDPA auch für die Magazinhalter, auch diese müssen im Gürtel eingeschlauft werden können und werden hinter dem Hüftknochen getragen. Die Magazine dürfen ausserdem nicht 90° vom Körper wegschauen, ein "Bullet-out" ist in IDPA nicht erlaubt.
Je nach Division können max. zwei, in anderen Divisionen bis zu drei Magazine am Körper getragen werden, auch hier gibt das Rulebook Auskunft was erlaubt ist und was nicht. Wie beim Holster empfehlen wir Material aus Kydex und ohne externe Sicherungen.
Bei der Revolver Division kommen entweder Speed/Jet-Loader oder Moonclips zum Einsatz, auch hier gibt es entsprechende Halter dazu.
Im IPSC sind ausserdem Magazinhalter mit Magneten, resp. auch einzelne Magnete erlaubt, dies kann sehr hilfreich sein und zumindest eins gehört auf jeden Übergurt ;-)

Taschenlampe (nur IDPA)

IDPA kennt sogenannte "Low-Light" Stages.
Wie es der Name schon andeutet, werden diese Stages in abgedunkelten Räumen absolviert. Der Schütze darf eine Taschenlampe einsetzen, um die Ziele sehen und treffen zu können.
Low-Light Stages erfordern jedoch ein hohes Mass an Erfahrung und Praxis und darum werden diese Abläufe nur mit erfahrenen Schützen trainiert. Bist du auf diesem Fähigkeits-Level, kann die Anschaffung einer geeigneten Lampe sinnvoll sein, um auch diesen Aspekt von IDPA zu trainieren. Unsere Trainer geben gerne Auskunft und Tipps, wenn es für eine Taschenlampe Zeit ist und welche Produkte geeignet sind. Gemäss neuem Reglement sind ab 1. Juni 2022 auch Waffenlampen erlaubt. Wird eine Waffenlampe eingesetzt, muss auch der Holster entsprechend geprüft und allenfalls ersetzt werden. Achtung, es dürfen zwar Waffenlampen montiert, bei Low-Light Stages aber nicht eingesetzt werden, somit ist eine Handlampe weiterhin zwingend.

Schutzbrille und Gehörschutz

Bei IDPA und IPSC werden grosskalibrige Waffen auf verschiedenen Distanzen eingesetzt und die Sicherheit steht immer an erster Stelle.
Der Schutz von Augen und Ohren ist darum essentiell und für jeden dynamischen Schützen und auch Zuschauer gilt darum auf dem ganzen Schiessplatz jederzeit "Eyes and Ears" - sowohl Schutzbrille als auch Gehörschutz tragen ist Pflicht.
Ob jedoch ein einfacher passiver Gehörschutz, oder ein aktiver, elektronischer Gehörschutz eingesetzt wird, ist dem Schützen überlassen. Auch bei der Wahl der Schutzbrille ist der Schütze frei, er kann seine gewohnten Korrekturgläser tragen, sofern er keine "Mikrobrille" trägt oder eine ballistische Schutzbrille verwenden.
Die Schutzbrille soll idealerweise die Augen auch seitwärts gegen Schmauch, Splitter und anderen Fremdkörper schützen, farbige Gläser dürfen eingesetzt werden.

Concealment (nur IDPA)

Im IDPA werden die Hand-Gun Übungen fast ausschliesslich mit einem "Concealment" absolviert.
Das Concealment kann ein einfaches Hemd, eine Weste oder eine einfache Jacke sein, das IDPA Regelwerk definiert das Aussehen oder die Machart nicht, sondern nur, dass bei ausgestrecken Armen des Schützen die Ausrüstung nicht sichtbar sein darf.

Hosen, Schuhwerk

IDPA und IPSC wird sowohl draussen, als auch drinnen absolviert - bei jeder Witterung, die Ausrüstung muss somit dem Wetter standhalten können. Der Schütze bewegt sich ausserdem in einer Stage im 3D Raum, inkl. Schusspositionen die knieend oder liegend sein können. Die Ausrüstung wie Hose und das Schuhwerk sollte darum robust genug sein, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.

Empfehlung zur Ausrüstung: Einfach starten und mit Erfahrung steigern...

Generell ist unsere Empfehlung, mit einer einfachen Ausrüstung zu starten und zuerst Erfahrungen zu sammeln, denn steigern und optimieren kann man jederzeit. Viele Schützen machen den Fehler, dass sie zu schnell (zu) viel Aufwand in die Ausrüstung und (zu) wenig Energie und Fokus ins Training stecken. Eine gute Ausrüstung hilft, aber ohne Training kommt man nicht sehr weit, egal wie gut die Ausrüstung ist.
Unsere Trainer helfen jederzeit gerne mit Tipps rund um die passende Ausrüstung weiter.

Eine Wettkampf-Pistole für alle Fälle

Mit den Änderungen im Reglement des Standschiessens per 2022 werden erfreulicherweise viele weitere Ausführungen von Pistolen im 25/50m Stand offiziell zugelassen. Mit diesen Anpassungen ist es nun möglich, mit einer einzigen Wettkampf-Pistole alle Disziplinen, dynamische IDPA/IPSC als auch die 25/50m Standbewerbe konkurrenzfähig abdecken zu können, das war zuvor nur sehr limitiert möglich.
Unsere Trainer kennen sowohl Stand- als auch die dynamischen Wettbewerbe und können auch hier mit Tips für die Anschaffung einer geeigneten Wettkampf-Waffe weiterhelfen.  

....und noch etwas zum Schluss

Sowohl IDPA als auch IPSC sind sportliche dynamische Schiesssportarten. Obwohl IDPA etwas näher am taktischen Schiessen liegt als IPSC, trainieren wir nicht in militärischer Kleidung oder mit taktischer Ausrüstung, diese sind im Training oder Wettkämpfen nicht zugelassen und auch nicht erwünscht.
Wenn du deinen Fokus auf taktisches Schiessen legen möchtest, verweisen wir auf unsere Dynamische Gruppe Tegital.

Eine gute IDPA sowie IPSC Basis-Ausrüstung mit Gurt, Holster und Magazinhalter ist auf den Bildern unten ersichtlich. Die Abbildung mit der BlueGun wäre die IPSC Ausführung mit Unter- / Übergurt sowie Schnellzieh-Holster; die Darstellung mit dem "Alltags" Leder-Gurt die IDPA Variante.

 

Juli 2022 - D. Girardet